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Deckel

Carolin ist aufgeregt: „Wir retten Kinderleben!“ sagt die Vierjährige. Und sie übertreibt nicht: Die Kinder im Hort der Kita Bullerbü sammeln Plastikdeckel für die Rotary-Aktion „500 Deckel gegen Polio“.

Hortgruppe

Säckeweise bunte Kunststoffverschlüsse haben Kinder und Eltern zusammengetragen. Getränkeflaschen, Tetrapacks, Zahnpastatuben – was ihnen in die Hände kam und zur Weiterverwertung geeignet erschien, kam in die Tüte. „Plastik ist wertvoll“, erklärt die zehnjährige Yosephine den Sinn der Aktion. „Dafür kriegen wir Geld.“ Und mit diesem Geld bezahlt der Rotary Club Schluckimpfungen in Nigeria, Afghanistan und Pakistan, „damit die Kinder gesund bleiben und nicht sterben müssen“, freut sich Lone (8 Jahre).

Ganz nebenbei haben alle Deckelsammler entdeckt, wieviel Freude ein solch sinnvolles, gemeinsames Projekt macht. Zuhause gebe es sogar einen Sammelwettbewerb, berichtet Alexander und befindet fachmännisch: „Aber Papa kriegt eindeutig mehr als Mama.“ Hort-Leiterin Ida Krause freut sich über das Engagement ihrer Schützlinge. Geld für elf Impfungen haben Kinder, Eltern und Mitarbeitende in Bullerbü zusammengetragen.

Und auch andere Adelby 1-Einrichtungen hat die Sammel-Leidenschaft erwischt. Adelby 1-Prokuristin Sabine Mau, zugleich Einrichtungsleiterin der Kita Adelby im Preesterbarg, koordiniert die Deckel-Aktion. Rund 15.000 Deckel seien inzwischen zusammengekommen – Geld für 30 Impfungen.

Einen herzlichen Dank an alle fleißigen Sammler – weiter so!

Fruerlunder aufgepasst: Ab dem 08.09.2016 findet immer donnerstags von 16:00 bis 17:30 ein Spielkreis für Kinder von 1 – 3 Jahren mit ihren Eltern statt. Ältere Kinder können vor Ort betreut werden.

Treffpunkt ist die Kita Kinderkiste in der Travestraße 4 – 6. Weitere Informationen erhalten Sie bei Ulrike Teckenburg unter 0461 406839-62 oder uteckenburg@adelby1.de.

Deutschlandweit einzigartiges Verbundprojekt auf der Suche nach einem Modell für ein entspannteres Leben

Gemeinsames Projekt von Helmut-Schmidt-Universität, Medical School Hamburg, Europa-Universität Flensburg, Stadt Flensburg, Adelby 1 und Sydslesvigs danske Ungdomsforeninger (SDU)

Immer mehr Deutsche fühlen sich immer häufiger gestresst. Die Folgen sind Krankheiten und steigende Kosten für Arbeitgeber, Arbeitnehmer und die öffentliche Hand. Ein deutschlandweit einzigartiges Verbundprojekt an der deutsch-dänischen Grenze untersucht, wie Kommunen und Arbeitgeber gemeinsam Arbeits- und Lebensbedingungen standortbezogen verbessern können.

„Psychische Belastungen, ausgelöst durch Zeitkonflikte, nehmen zu“, sagt Projektkoordinator Wenzel Matiaske, Professor für Betriebswirtschaftslehre an der Hamburger Helmut-Schmidt-Universität. „Es wird für Menschen offenbar immer schwieriger, Arbeit und andere Lebensbereiche befriedigend zu koordinieren“. Zeitdruck und Zeitkonflikte entstehen nicht ausschließlich am Arbeitsort, sondern als Vereinbarkeitsprobleme mit dem Umfeld. „Arbeitszeiten, Kinderbetreuung, Transport und öffentlicher Nahverkehr sowie Öffnungszeiten von Ämtern und Geschäften sind in ihrer Verzahnung Faktoren, die Zeitstress für Beschäftigte entstehen lassen können“, sagt Wenzel Matiaske.

Lebenszeit 4.0 

René Lange (SDU), Olaf Carstensen (Stadt Flensburg), Jan Dettmers (MSH), Eva Manovi ( Adelby 1), Gerd Grözinger (EUF), Wenzel Matiaske (HSU) – Quelle: Kathrin Fischer

Das Verbundprojekt „Lebenszeit 4.0 – Zeitgerechte Region am Beispiel Nordstadt+ (zeitgerecht)“ wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung mit 1,4 Millionen Euro finanziert. Es untersucht an der Region Flensburg exemplarisch die Frage, wie die Arbeits- und Lebensbedingungen einer Region Stress erzeugen, verstärken oder abmildern können. „Flensburg ist für uns eine Art „Middletown“ – eine 90 000-Einwohner-Stadt mit für Deutschland typischen Eigenschaften im Hinblick auf den Aufbau der Bevölkerung, die Mischung von Arbeitsplätzen in Industrie, Dienstleistung, Handel und Verwaltung, die Verteilung von Wohn- und Arbeitsort in der Region“, erklärt Gerd Grözinger, Professor für Bildungsökonomik und Soziologie an der Europa-Universität Flensburg.

„Flensburg und die Region bieten ideale Voraussetzungen für dieses umsetzungsorientierte Forschungsprojekt", ist auch Olaf Carstensen überzeugt, Leiter des Büros für Grundsatzangelegenheiten der Stadt Flensburg. „Das hier so typische partnerschaftliche Zusammenwirken vieler Akteure wird dazu beitragen, Arbeitszeit und Nicht-Arbeitszeit besser auszutarieren. Und Flensburg kann mit diesem Vorhaben die Entwicklung zur „familiengerechten Kommune" weiter vorantreiben". 

Hinzu kommt eine Besonderheit Flensburgs: Die unmittelbare Nachbarschaft zu Dänemark. „Die skandinavische Kinder- und Jugendbetreuung ist vorbildlich. Die starke dänische Minderheit in der Region gibt uns die Möglichkeit, von unserem skandinavischen Nachbarn zu lernen, ohne das Land verlassen zu müssen“, erläutert Gerd Grözinger.

Die Projektmitarbeiter befragen Beschäftigte und Angehörige, führen physiologische Messungen durch und entwickeln auf Basis ihrer Ergebnisse gemeinsam mit der Stadt Flensburg und sozialen Diensten betriebliche Konzepte, wie etwa überbetriebliche Kindergärten, familiengerechte Schichtmodelle oder Pflegezeiten. „Die Konzepte werden in den Betrieben umgesetzt und evaluiert. Sie sollen helfen, die außerbetrieblichen und gebietsbezogenen Stressfaktoren zu reduzieren“, sagt Jan Dettmers, Professor für Arbeits- und Organisationspsychologie an der medical school Hamburg.

Das Verbundprojekt ist interdisziplinär angelegt und verbindet arbeitsbezogene Ansätze mit Ergebnissen der Gemeinde- und Regionalforschung. Betriebswirtschaftler, Psychologen und Sozialforscher arbeiten gemeinsam mit Praktikerinnen und Praktikern. Seine Laufzeit endet im Juli 2019.

Beteiligt sind: Helmut Schmidt Universität, Medical School Hamburg, Europa-Universität Flensburg, Stadt Flensburg, Adelby 1 Kinder- und Jugenddienste sowie die Dachorganisation der dänischen Sport- und Jugendvereine, Sydslesvigs danske Ungdomsforeninger.

„Unser Ziel ist nicht nur Analyse“, skizziert Matiaske, „es ist auch Veränderung. Grundsätzliches Ziel des Projektes ist es, dauerhaft eine andere Zeitkultur zu etablieren, die auf andere Regionen übertragbar ist“.

Kontakt:

EUF Flensburg   bmbf

Europa-Universität Flensburg
Kathrin Fischer
Referentin für Öffentlichkeit
Campusallee 3
24943 Flensburg

Tel.: 0461 805-2771
E-Mail: Kathrin.Fischer@uni-flensburg.de